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| 24.02.2010, 18:39 Uhr |
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Auszug aus der Rede von Oliver Quilling anlässlich seiner Einführung in sein Amt Ich strebe eine faire Zusammenarbeit an
Bei seiner Dankesrede wollte es Oliver Quilling nicht bei Allgemeinplätzen belassen, sondern er sagte konkret, wie er sich die Beziehungen von Kreis und Gemeinden, von Landrat und Parteien, von Städten und Gemeinden des Umlandes und die Zusannenarbeit mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises vorstellt
"aufgrund meiner bisherigen Tätigkeit sind mir die Beziehungen zwischen dem Kreis und den Städten und Gemeinden bekannt. Dennoch will ich nicht so vermessen sein, mit fertigen Konzepten oder Rezepten zu kommen. Ich komme aber mit konkreten Vorstellungen über die großen Aufgaben, welche die Kreistagsabgeordneten mit der Verwaltung und dem Kreisausschuss an der Spitze gemeinsam zu lösen haben.
Ich bin der Überzeugung, dass die zum Wohle des Kreises notwendige Zusammenarbeit zwischen seinen Gremien, der Verwaltung und den 13 Städten und Gemeinden nur dann gut funktionieren kann, wenn alle bemüht bleiben, nicht auf vermeintlichen Rechten und Pflichten zu beharren, sondern in wechselseitiger Offenheit, frei von ideologischem Ballast, das gemeinsame Ziel für den Kreis Offenbach zu wirken, anzustreben.
Es ist hinlänglich bekannt: Die Mehrheit im Kreistag bildet die große Koalition. Zugegebener Maßen arbeitet sie intern reibungs- und geräuschlos. CDU und SPD machen fast 2/3 der Sitze im Kreistag aus. Wenn also im Zweifel die Mehrheit des Kreistages entscheidet, heißt es für mich nicht, dass ein Gedanken- und Informationsaustausch mit den Oppositionsfraktionen nicht möglich sein soll. Ich bin hierzu selbstverständlich bereit. Ich denke, das einem direkt gewählten Landrat diese überparteiliche Aufgabe auch zukommt. Das funktioniert auch bei vollem Bewusstsein der parteipolitischen Heimat.
Darüber hinaus werde ich bestrebt sein, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kreises auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens zusammenzuarbeiten. Ich weiß, dass ständige Bevormundung sowohl die Zusammenarbeit stört, als auch die berufliche Entwicklung, gerade auch der jüngeren Mitarbeiter hemmt, den Anreiz zu Höchstleistung untergräbt, demotiviert und dann dem oft kritisierten Gleichschritt einer Behörde Vorschub leistet. Aber ebenso notwendig sind klare Zielvorgaben des Behördenleiters und ich werde keinen Zweifel daran lassen, wer die politische Verantwortung trägt.
Jedoch entscheidend ist nicht nur ein vernünftiges internes Miteinander über das Wohl unseres Kreises, ebenso wichtig ist ein gutes Verhältnis zu den 13 Städten und Gemeinden, genauso wie zu unseren Nachbarstädten und Nachbarkreisen. Gemeint ist hier der Kreis Offenbach als Teil der Region Frankfurt/Rhein-Main. Als Teamplayer gemeinsam mit der Region für die Region – der Kreis Offenbach ist hierzu bereit.
In der Vergangenheit entstanden bereits vielfältige Organisationen und Institutionen der regionalen Kooperation. Die regionale Zusammenarbeit ist weiter zu intensivieren und stärker zu vernetzen. Es sollte dabei auch die Diskussion weiter geführt werden, wie die Vielzahl der entstandenen Vereine und Gesellschaften für die Region zusammengefasst werden können. Ziel muss der gemeinsame geschlossene Auftritt der Metropolenregion Frankfurt/Rhein-Main, gerade wegen des globalen Standortwettbewerbs, sein. Das Miteinander in der Region muss von einer regionalen Kooperationskultur getragen werden.
Jüngst war ein Nachbaroberbürgermeister in der Zeitung zitiert mit den Worten: „Wir brauchen die Landkreise nicht“. Die Auflösung der Landkreise wird die Region nicht im Sinne eines gemeinsamen Geistes zusammenführen. Gerade aufgrund meiner Erfahrung als Bürgermeister weiß ich die Landkreise als Partner der Städte und Gemeinden zu schätzen und halte sie für unentbehrlich.
Aufgaben, die der Kreis heute wahrnimmt, können nicht alle Kommunen unseres Kreises anteilig übernehmen. Ich bin fest davon überzeugt, dass größere anonymere Gebietskörperschaften, wie beispielsweise ein Regionalkreis, nicht erfolgreicher arbeiten würden. Je nach Zuschnitt mit bis zu 2 Millionen Einwohnern und damit mehr als so manches Bundesland heute, leide ein Regionalkreis per se an mangelnder Flexibilität und Bürgernähe. Gewachsene Strukturen und Identität sollte nicht zugunsten von Anonymität aufgegeben werden. Die Metropolregion Frankfurt/Rhein/Main produziert bereits nahezu 80 % des hessischen Bruttoinlandproduktes. Die derzeitige Verfasstheit unserer Region war offensichtlich daran bislang hinderlich.
Wir wollen gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, Landkreisen und dem Planungsverband für eine starke Region Frankfurt/Rhein-Main arbeiten," |
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